
Unsere Ressourcen sind endlich, trotzdem basiert unser Wirtschaftssystem auf stetigem Wachstum. Man muss nicht Einstein sein, um zu sehen, das kann nicht ewig gut gehen. Doch wie ginge es anders und würden wir dann nicht alle an Wohlstand verlieren? Meike Althaus hat einmal genauer hingeschaut und mit »Die Kurve kriegen« ein unterhaltsames Sachbuch verfasst, bei dem natürlich auch der berühmt-berüchtigte erhobene Zeigefinger nicht fehlen darf.

Schon während ihres Studiums an der HS Mainz interessierte sich Meike Althaus für gesellschaftspolitische Themen und sah die Bachelorarbeit als Chance an, Neues hinzuzulernen und Spaß an der Sache zu haben. Bei Klimaprotesten war ihr aufgefallen, dass oft der Slogan »System Change, not Climate Change« auftauchte, und auch das Buch »Das Ende des Kapitalismus« der Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann brachte die Studentin zum Nachdenken. Wie also könnte eine Welt aussehen, in der Wirtschaftswachstum anders definiert wird? Meike Althaus’ Arbeit ist als Sachbuch angelegt und beschreibt zunächst einmal die Problematik in Form eines Comics. Es folgen Beispiele für alternative Wachstumsbegriffe, die bereits existieren, so zum Beispiel die Donut-Ökonomie in Amsterdam, Buen Vivir in Ecuador oder das Bruttonationalglück in Bhutan. Abschließend bietet »Die Kurve kriegen« noch einen Ausblick auf unser Leben, sollte die Wirtschaft schrumpfen.

Wichtig war es Meike Althaus, das Thema visuell greifbar zu machen und unterhaltsam darzustellen. Deshalb griff sie zu Illustrationen und nutzte auch den erhobenen Zeigefinger als humoristisches Stilmittel. Die Farbgebung ist satt und wirkt positiv und bei den Schriften achtete Althaus auf gute Lesbarkeit und einen freundlichen Charakter. Die Texte verfasste die Gestalterin bewusst einfach und leicht zugänglich, notwendige Fachbegriffe erklärt ein Glossar am Ende des Bandes. Ein Leineneinband sorgt für haptische Erfahrungen und schafft Wertigkeit und das Format (17 x 23 cm) macht das Buch leicht und handlich. Wissensvermittlung kann auch unterhaltsam sein, davon ist Meike Althaus überzeugt. Weniger Wachstum muss nicht mit einem Verlust an Lebensqualität einhergehen, es kann auch einen Gewinn für unsere Zukunft bedeuten. »Die Kurve kriegen« möchte einladen, über Alternativen nachzudenken, und seine Gestaltung signalisiert: Das kann auch Spaß machen.

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